Zwiegespräche, Paarkommunikation

Zwiegespräche, Paarkommunikation

Zwiegespräche, Paarkommunikation ist eine echte Chance für eine gute Beziehung.

Die Wahrheit beginnt zu zweit.

Das Paar im Gespräch – nach Michael Lukas Möller.

Eigentlich wollten wir einfach glücklich sein, aber wir konnten nicht miteinander reden.»
Dieser Satz eines Paares, das sich trennte, ist der typische Abgesang auf die heute allseits belasteten Beziehungen. In Paarbeziehungen wird oft zu wenig miteinander gesprochen. Der Psychoanalytiker und Bestsellerautor Michael Lukas Moeller hat das früh erkannt und durch seine Arbeit zahlreichen Paaren zu neuem Glück in der Partnerschaft verholfen. «Die Wahrheit beginnt zu zweit» eröffnet Paaren (und nicht nur ihnen) mit Hilfe einfacher, aber erprobter Regeln die Möglichkeit, offene und ehrliche Zwiegespräche zu führen, die es ihnen gestatten, das gemeinsame Leben und Glück in der Partnerschaft auf Dauer selbst in die Hand zu nehmen. Das intensive Gespräch hat viele Paar Leben tiefgreifend verändert. Ein Paar: «In den letzten drei Monaten mit Zwiegesprächen haben wir mehr voneinander erfahren als in zehn Ehejahren vorher.»

Eine glückliche Beziehung basiert im Wesentlichen auf drei Grundeigenschaften:

  • Entwicklungsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit und
  • der Fähigkeit zur Versöhnung.

Glückliche Paare unterscheiden sich von unglücklichen Paaren in einem wesentlichen Punkt:
Die glücklichen Paare reden von Anbeginn mehr miteinander.

Wir reden zu wenig wesentlich miteinander.

„Wovon man nicht laut spricht, das ist nicht da“
(Friedrich Nietzsche).

Glücksbedingung Nr. 1 ist das wesentliche miteinander reden, das Sprechen über unsere Gefühle: Freuden, Ängste, Wünsche und Sehnsüchte. Eine Zeit Budget Erhebung des Bundesministeriums für Familie (1996) ergab jedoch, dass deutsche Paare heute kaum mehr als zwei Minuten pro Tag miteinander über persönliche Dinge sprechen.
Wir reden zu wenig wesentlich miteinander. Das ist ein weltweiter Befund zur aktuellen Situation moderner Paare: Kommunikationskluft (communication gap). Mit der Sprachlosigkeit geht die Lustlosigkeit einher. Die Paare tauschen ihr persönliches Erleben zu wenig aus. Somit können die einfachsten Konflikte nicht geklärt, die einfachsten Empfindungen nicht mehr geteilt werden: „Enttäuschung, Trauer und entsprechende Zornmengen sammeln sich  unterschwellig auf dem Boden der Beziehung als Symptome einer unerledigten Aufgabe, eines ungelösten Konfliktes. Wenn nichts mehr besprochen werden kann, wird jede Erotik unter der Last von Unerledigtem, Gereiztem und Resigniertem erstickt. Weltweit ist die Lust am Schwinden“. Doch es gibt Möglichkeiten, mit dieser schwierigen Situation umzugehen. Der Sprachlosigkeit kann man entgegenwirken mit wesentlichen Dialogen, den Zwiegesprächen. Sie entwickeln und vertiefen die Beziehung durch eine Fülle von Momenten, vor allem durch die Steigerung der wechselseitigen Einfühlung. Und mit der Sprache, dem Kreislauf einer Beziehung, wird auch die Erotik wieder belebt.

Zwiegespräche vertiefen durch wechselseitige Einfühlung die Partnerschaft. Im wesentlichen berichtet jeder dem anderem:

  • Was ist lebendig in mir?
  • Wie er sich selbst, den anderen, die gemeinsame Beziehung und die jeweilige Situation gerade hier und jetzt erlebt.

Der eine Partner macht sich ganz bewusst dem anderen Partner einfühlbar. Dieser wechselseitige Austausch von Selbstportraits überwindet nach und nach die einschleichende Beziehungslosigkeit. Es entwickelt sich die Fähigkeit zu reden und zuzuhören. Beziehungskompetenz und Konfliktfähigkeit führen zu einem lebendigen Miteinander.

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung“  (Virginia Satir)

Virginia Satirs Anliegen war es, Menschen ihre Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr „Grundpotential“ nutzen konnten und Wachstum und Frieden zu fördern. Sie war eine der bedeutendsten Familientherapeutinnen. Oft wird sie auch als Mutter der Familientherapie bezeichnet.

Zwiegespräche, Paarkommunikation – „Die kleinste Selbsthilfegruppe“

Zwiegespräche sind die Entwicklung einer Gesprächskultur (Paar-Sprache) für eine Beziehungsentwicklung und Beziehungskompetenz. Zwiegespräche könnten wir auch „Die kleinste Selbsthilfegruppe“ bezeichnen.

Das Zwiegespräch ist kein Offenbarungszwang, so dass jeder ganz selbst bestimmt nur das sagt, was er will. Dieses Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen gehört zur Ethik der wesentlichen Dialoge. Vielen fällt es schwer, sich daran zu halten. Mit der Zeit entdeckt allerdings jeder, dass Offenheit am weitesten führt. Zwiegespräche sind selbstverständlich nicht nur besonders zur Belebung und Gestaltung Ihrer Liebesbeziehungen geeignet; sehr zu empfehlen sind auch Zwiegespräche zwischen:

  • Eltern und Kindern (ab ca. 10 Jahren),
  • Eltern und ihren Eltern,
  • Freunden,
  • Geschwistern,
  • Arbeitskollegen,
  • Menschen, die einander viel bedeuten, oder
  • wenn in der Partnerschaft einer der Partner in psychotherapeutischer oder psychosomatischer Behandlung ist, und natürlich
  • bei starken lebensverändernden Ereignissen.

„Was sich im Paar entwickelt, kommt schließlich allen anderen Beziehungen zugute.

  • Die Bindungen an Freunde werden wesentlicher,
  • die Arbeitsbeziehungen klarer,
  • zu Verwandten und Bekannten entwickeln sich offenere Verhältnisse.

Das ist nach allen Forschungen der Beziehungsmedizin nicht nur wohl tuend für das eigene Leben, sondern stärkt auch die seelische Krisenfestigkeit und körperliche Gesundheit“

Die Wirkungen des Zwiegesprächs

Das Zwiegespräch ist ein hochverdichtetes Gesprächskonzept, das Prof. Dr. med. Michael Lukas Moeller aus wesentlichen Einsichten seiner langjährigen psychoanalytischen Arbeit mit Paaren und Paargruppen entwickelte. Es handelt sich um ein regelmäßiges ungestörtes Gespräch zu zweit von 1 ½ Stunden Dauer, einem Jour‐fixe einmal in der Woche. Das Fundament der Zwiegespräche ist das Prinzip der Selbsthilfegruppen: „Jeder hilft sich selbst und hilft dadurch dem anderen, sich selbst zu entwickeln“.

Die Wirkungen des Zwiegesprächs lassen sich am besten am Bild der Windrose verdeutlichen, da es sich nicht um lineare Entwicklungen handelt. Vielmehr eröffnen sich Entwicklungsräume, die miteinander verwoben sind und schließlich ‐ entsprechend den vier Himmelsrichtungen ‐ zu den vier großen Hauptwirkungen führen.

  • Selbstbindung und Selbstgestaltung,
  • körperliche und seelische Gesundheit,
  • Einfühlung und Bindungsfähigkeit,
  • Erotisierung und Kreativität.

In Einzelsitzungen, Paarberatungen, unseren Vorträgen und Seminaren erhalten Sie Anregungen für Ihre eigene Entwicklung und Beziehungsgestaltung. In den Übungsstunden, 10 x 90 Minuten, erfahren Sie die praktische Umsetzung.

Als Entscheidungshilfe, nutzen Sie bitte die Möglichkeit eines kostenfreien und unverbindlichen Vorgesprächs.
Vereinbaren Sie bitte einen Termin.

(Quellen: Prof. Dr. Med. Michael Lukas Moeller, Célia M. Fatia, Blanke et al, Virginia Satir)